Wenn Ihr Kind an einer Erkältung oder Allergien leidet, kann eine Verstopfung der Nebenhöhlen schmerzhaft und besorgniserregend sein. Obwohl der Instinkt, nach Antibiotika zu greifen, stark ausgeprägt ist, werden die meisten Nebenhöhlenprobleme bei Kindern durch Viren verursacht, die auf diese Medikamente nicht ansprechen. Kinderärzte sind sich einig: Ein paar Tage abzuwarten, um zu sehen, ob sich die Symptome von selbst bessern, ist oft genauso wirksam wie ein Rezept – und vermeidet unnötigen Einsatz von Antibiotika.
Dieser Leitfaden konzentriert sich auf bewährte Hausmittel, um die Beschwerden Ihres Kindes zu lindern, während sein Immunsystem die Infektion bekämpft. Außerdem wird erklärt, wann professionelle medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte.
Warum Antibiotika oft nicht die Lösung sind
Eltern gehen oft davon aus, dass dicker, gelber Nasenausfluss auf eine bakterielle Infektion hinweist, aber das ist selten der Fall. Übermäßiger Einsatz von Antibiotika trägt zur Entstehung antibiotikaresistenter Keime bei, was die Behandlung künftiger Infektionen erschwert. Die American Academy of Pediatrics (AAP) empfiehlt in vielen Fällen ein „abwartendes“ Vorgehen. Auch rezeptfreie abschwellende Mittel sind weitgehend wirkungslos und sollten bei Kindern unter sechs Jahren vermieden werden.
7 wirksame Hausmittel
Diese Methoden heilen die Infektion nicht, können aber die dringend benötigte Linderung verschaffen:
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Warme Dampfduschen: Dampf löst Schleim und lindert Verstopfungen. Eine warme Dusche ist sicherer, als sich über kochendes Wasser zu beugen. Alternativ können Sie auch einen warmen, feuchten Waschlappen auf das Gesicht Ihres Kindes auftragen.
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Ätherische Öle (mit Vorsicht): Obwohl es nicht wissenschaftlich bewiesen ist, kann Eukalyptusöl einigen Kindern helfen, leichter zu atmen. Tragen Sie ätherische Öle niemals direkt auf die Haut auf. Geben Sie stattdessen ein paar Tropfen auf ein Wattepad und halten Sie es in die Nähe der Nase. Lavendel kann auch eine beruhigende Wirkung haben.
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Nasenspülung: Die Verwendung einer sterilisierten Salzwasserlösung zum Spülen der Nasengänge kann eine Verstopfung der Nase reduzieren. Viele Kinder mögen keine Neti-Töpfe, daher sind Salzsprühflaschen oder Augentropfer schonendere Alternativen.
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DIY-Kochsalzlösung: Mischen Sie 1 Tasse destilliertes (oder gekochtes und gekühltes) Wasser mit 3 Teelöffeln nichtjodiertem Salz und 1 Teelöffel Backpulver.
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Nasenstreifen (für ältere Kinder): Obwohl die Wirksamkeit unterschiedlich ist, verspüren einige ältere Kinder Linderung durch externe Nasenstreifen.
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Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Eine gesunde Ernährung und ausreichend Wasseraufnahme stärken das Immunsystem und halten die Nebenhöhlen geschmeidig. Ermutigen Sie dazu, Wasser anstelle von zuckerhaltigen Getränken zu trinken, insbesondere in der Schule oder in der Kindertagesstätte.
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Warme Waschlappen: Tragen Sie sanft eine warme Kompresse auf das Gesicht Ihres Kindes auf, um Verstopfungen zu lösen.
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Ätherische Öle: Ein paar Tropfen Eukalyptus- oder Lavendelöl auf einem Wattebausch, der in die Nähe der Nase gehalten wird, können vorübergehende Linderung verschaffen.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Während Hausmittel helfen können, erfordern bestimmte Situationen ärztliche Hilfe:
- Die Symptome bestehen länger als 10 Tage.
- Hohes Fieber geht mit Schmerzen in den Nebenhöhlen und dickem, grünem Ausfluss einher.
- Die Symptome verschlimmern sich schnell.
In diesen Fällen können Antibiotika sinnvoll sein.
Das Fazit
Bei den meisten Nasennebenhöhlenentzündungen im Kindesalter sind Geduld und einfache Hausmittel der beste Ansatz. Vermeiden Sie unnötige Antibiotika und rezeptfreie Medikamente. Wenn sich die Symptome nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums bessern oder sich verschlimmern, wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt.
Quellen: American Academy of Pediatrics, Pediatric Respiratory Reviews, BMJ, UCLA Health, U.S. Food and Drug Administration, Cleveland Clinic.
