Übermäßiges Aufstoßen: Ursachen, Linderung und wann man einen Arzt aufsuchen sollte

12

Häufiges Aufstoßen wird oft als unhöflich empfunden, gelegentliches Aufstoßen nach Mahlzeiten oder kohlensäurehaltigen Getränken ist jedoch normal. Wenn Sie jedoch im Laufe des Tages übermäßiges Aufstoßen verspüren, kann dies auf ein zugrunde liegendes Problem hinweisen, das behandelt werden muss. Während Lebensgewohnheiten dazu beitragen können, erfordert anhaltendes Aufstoßen zusammen mit anderen Symptomen eine ärztliche Untersuchung.

Was verursacht übermäßiges Aufstoßen?

Zum Aufstoßen kommt es, wenn Luft oder Gas aus dem Magen oder der Speiseröhre entweicht. Häufige Ursachen sind zu schnelles Essen oder Trinken, Sprechen beim Essen oder der Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken. Mediziner schätzen, dass drei- bis viermaliges Aufstoßen nach einer Mahlzeit im Allgemeinen normal ist, anhaltendes oder störendes Aufstoßen jedoch nicht.

Mehrere Grunderkrankungen können ebenfalls zu übermäßigem Aufstoßen führen:

  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Unbehandelte GERD kann langfristige Schäden an der Speiseröhre verursachen.
  • Magengeschwüre: Diese können unbehandelt zu Blutungen, Verdauungsblockaden und sogar einem erhöhten Risiko für Magenkrebs führen.
  • Supragastrisches Aufstoßen: Dieses Verhaltensmuster beinhaltet übermäßiges Luftschlucken, was sich häufig auf das tägliche Leben auswirkt.
  • Hiatushernie: Ein Zustand, bei dem ein Teil des Magens durch das Zwerchfell ragt und möglicherweise zum Aufstoßen beiträgt.

Wann ist Aufstoßen ein Zeichen für etwas Ernstes?

Wenn das Aufstoßen die täglichen Aktivitäten beeinträchtigt oder ständig auftritt, ist es an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn das Aufstoßen mit Folgendem einhergeht:

  • Starke oder anhaltende Bauchschmerzen
  • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • Wiederholtes Erbrechen, insbesondere mit Blut
  • Dunkler, teeriger Stuhl
  • Schluckbeschwerden
  • Müdigkeit oder Schwäche
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen

In seltenen Fällen können rülpsenähnliche Symptome einen Herzinfarkt vortäuschen. Wenn Sie Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder Schweißausbrüche beim Aufstoßen verspüren, suchen Sie einen Notarzt auf.

So reduzieren Sie übermäßiges Aufstoßen

Bei Aufstoßen, das durch zu viel Luftschlucken entsteht, können einfache Änderungen des Lebensstils helfen:

  • Essen Sie langsam: Nehmen Sie sich für jede Mahlzeit mindestens 30 Minuten Zeit und kauen Sie gründlich (15–30 Mal pro Bissen).
  • Kohlensäurehaltige Getränke einschränken: Reduzieren Sie den Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken.
  • Kaugummi vermeiden: Das Kauen von Kaugummi erhöht das Luftschlucken.
  • Achtsames Essen: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Mahlzeit, ohne Ablenkungen wie Fernsehen oder Ihr Telefon.

Wenn GERD die Ursache ist, können Protonenpumpenhemmer die Beschwerden lindern. Bei supragastrischem Aufstoßen können Verhaltenstherapie und kontrollierte Atemübungen notwendig sein.

Worauf Ärzte achten

Eine medizinische Untersuchung kann eine Überprüfung Ihrer Krankengeschichte, bildgebende Untersuchungen (CT-Untersuchung), H. Pylori -Test, Labortests oder eine obere Endoskopie zur Diagnose der zugrunde liegenden Ursache.

Letztendlich ist übermäßiges Aufstoßen nicht immer nur eine Peinlichkeit. Es kann ein Zeichen für behandelbare Erkrankungen sein und eine schnelle Diagnose ist der Schlüssel zur Aufrechterhaltung einer gesunden Verdauung.