Niedrige Körpertemperatur verstehen: Ursachen, Risiken und wann Sie Hilfe suchen sollten

16
Niedrige Körpertemperatur verstehen: Ursachen, Risiken und wann Sie Hilfe suchen sollten

Die häufig genannte „normale“ Körpertemperatur von 30 °C ist eher ein Durchschnitt als eine strenge Regel. Die individuellen Temperaturen schwanken natürlich und liegen je nach Alter, Aktivitätsniveau und sogar der Tageszeit zwischen etwa 30 und 30 °C. Eine etwas unterdurchschnittliche Temperatur ist nicht automatisch ein Grund zur Besorgnis, und Untersuchungen deuten darauf hin, dass die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen im Laufe der Zeit sogar sinken kann und sich möglicherweise bei etwa 97,5 °F einpendelt. Dieser Trend kann mit einer längeren Zeit, die in klimatisierten Umgebungen verbracht wird, oder mit Verschiebungen der Gesamtstoffwechselraten zusammenhängen.

Wenn die Körpertemperatur jedoch zu stark absinkt – normalerweise unter 30 °C –, kann dies auf ein ernstes medizinisches Problem hinweisen. Dies liegt daran, dass eine stark niedrige Temperatur die Funktionsfähigkeit des Körpers beeinträchtigt und lebenswichtige Organe wie das Herz und das Nervensystem beeinträchtigt.

Hauptursachen für niedrige Körpertemperatur

Mehrere Faktoren können zu einer gefährlich niedrigen Körpertemperatur beitragen, darunter:

  1. Unterkühlung: Längerer Kontakt mit kalten Temperaturen kann die Fähigkeit des Körpers, Wärme zu erzeugen und zu speichern, überfordern. Säuglinge und ältere Menschen sind aufgrund einer weniger effizienten Thermoregulation besonders gefährdet. In schweren Fällen, beispielsweise wenn man bei Frost festsitzt, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Zur Vorbeugung gehören warme Kleidung und der Verzicht auf Alkoholkonsum bei kaltem Wetter, da Alkohol die Blutgefäße erweitert und den Wärmeverlust beschleunigt.
    Wenn Sie eine Unterkühlung vermuten, verlassen Sie die Kälte, ziehen Sie nasse Kleidung aus, wickeln Sie sich in Decken ein und trinken Sie warme Getränke. Keine direkte Hitze anwenden.

  2. Hypothyreose: Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann die Hormonproduktion stören, was zu einer unterdurchschnittlichen Körpertemperatur und einer erhöhten Kälteempfindlichkeit führt. Wenn Sie trotz angemessener Kleidung ständig frieren, besprechen Sie die Untersuchung der Schilddrüse mit Ihrem Arzt.

  3. Medikamente: Bestimmte Medikamente, darunter einige Antipsychotika, können die Nebenwirkung haben, dass sie die Körpertemperatur senken. Wenn Sie Medikamente einnehmen und einen anhaltenden Temperaturabfall bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

So messen Sie die Temperatur genau

Eine zuverlässige Messung ist von entscheidender Bedeutung. Digitale Thermometer werden bevorzugt. Orale und rektale Messwerte sind im Allgemeinen am genauesten, während Schläfenarterien- (Stirn) oder Achsel-/Ohrthermometer möglicherweise weniger genau sind.

  • Stellen Sie sicher, dass das Thermometer vollständigen Hautkontakt hat.
  • Halten Sie es still, bis es piept.
  • Führen Sie mehrere Messungen durch, um die Konsistenz zu bestätigen.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Eine Temperatur von 30 °C ist normalerweise nicht bedenklich für Ihr Wohlbefinden. Allerdings rechtfertigt ein dauerhafter Messwert unter 30 °C, insbesondere mit begleitenden Symptomen, einen Arztbesuch.

Rufen Sie sofort 911 an, wenn bei Ihnen oder einer anderen Person Folgendes auftritt:

  • Zittern
  • Undeutliche Sprache
  • Langsames oder schnelles Atmen
  • Schwacher oder schneller Puls
  • Schläfrigkeit, Verwirrung oder Gedächtnisverlust
  • Bewusstlosigkeit
  • Leuchtend rote, kalte Haut (bei Säuglingen)

Das Fazit

Während eine leicht unterdurchschnittliche Körpertemperatur oft harmlos ist, kann ein anhaltender Abfall unter 30 °C lebensbedrohlich sein. Bei gefährlich niedrigen Temperaturen sind eine genaue Überwachung und ein sofortiger medizinischer Eingriff unerlässlich. Das Verständnis der möglichen Ursachen und das Wissen, wann Hilfe gesucht werden muss, kann einen entscheidenden Unterschied machen.