Soziale Rhythmus-Therapie: Stabilisierung der bipolaren Störung durch tägliche Gewohnheiten

5

Die Behandlung einer bipolaren Störung erfordert häufig Medikamente, aber die Stabilisierung der Stimmung kann durch die Berücksichtigung der täglichen Routinen erheblich verbessert werden. Die interpersonelle und soziale Rhythmustherapie (IPSRT) ist ein strukturierter Ansatz, der Menschen mit bipolarer Störung dabei hilft, die Intensität und Häufigkeit von Stimmungsschwankungen zu reduzieren, indem er Schlaf, Mahlzeiten und Aktivitätsniveau reguliert.

Die Wissenschaft hinter der Therapie

IPSRT wurde von der Psychologin Ellen Frank, PhD, entwickelt und basiert auf der Erkenntnis, dass eine bipolare Störung häufig den zirkadianen Rhythmus einer Person – die innere Uhr des Körpers – destabilisiert. Dieser Rhythmus regelt wesentliche Funktionen wie Schlaf-Wach-Rhythmen, Stressreaktion, Hormonausschüttung und Energieniveau. Wenn es gestört ist, kann es die Symptome verschlimmern und die Rückfallrate erhöhen.

Warum das wichtig ist: Störungen des zirkadianen Rhythmus sind nicht nur eine Nebenwirkung einer bipolaren Störung; Sie tragen aktiv zur Stimmungsinstabilität bei und erhöhen das Suizidrisiko.

Schlüsselkomponenten von IPSRT

IPSRT konzentriert sich auf drei Grundpfeiler, um wieder einen stabilen Tagesrhythmus aufzubauen:

  • Konsistenz des Schlafes: Die Einhaltung regelmäßiger Schlafens- und Wachzeiten, auch am Wochenende, ist von entscheidender Bedeutung. Schlafmangel kann direkt manische Episoden auslösen, während anhaltender Schlaf das gesamte zirkadiane System stabilisiert.
  • Zeitpunkt der Mahlzeiten: Die Festlegung einheitlicher Essenszeiten ist ein weiteres Schlüsselelement. Auch die Anpassung der Mahlzeiten an Ihren natürlichen Tagesrhythmus – Frühstück innerhalb von zwei Stunden nach dem Aufwachen und Vermeiden von spätabendlichem Essen – kann die Stoffwechselgesundheit verbessern.
  • Lichtexposition am Morgen: Wenn Sie morgens Sonnenlicht bekommen oder eine Lichttherapie anwenden, hilft dies, das zirkadiane System zu regulieren. Gehirn und Körper nutzen Licht, um einen stabilen Tagesablauf zu erkennen und zu stärken.

Jenseits der Routine: Die Rolle von Beziehungen

IPSRT hört nicht bei persönlichen Gewohnheiten auf. Es geht auch darum, wie zwischenmenschliche Verbindungen die Stimmungsregulation beeinflussen können. Die Förderung der Kommunikation, die Lösung von Konflikten und die Erstellung vorhersehbarer Zeitpläne mit geliebten Menschen können Stress reduzieren und wichtige soziale Unterstützung bieten.

Warum das wichtig ist: Isolation und unvorhersehbare Beziehungen verstärken die Stimmungsinstabilität bei bipolaren Störungen. IPSRT zielt darauf ab, ein Gefühl der Vorhersehbarkeit und Verbundenheit zu schaffen.

Fortschritte verfolgen und professionelle Unterstützung suchen

Um die Wirksamkeit zu überwachen, wird empfohlen, die täglichen Aktivitäten und Stimmungsniveaus zu verfolgen. Tools wie Journaling, Planer oder Apps zur Gewohnheitsverfolgung (Health Storylines, eMoods, Bearable, 90health, Daylio) können dabei helfen, Störungen zu erkennen und positive Muster zu verstärken.

Entscheidend ist, dass IPSRT in Zusammenarbeit mit einem Psychologen durchgeführt wird. Realistische Ziele und kontinuierliche Unterstützung sind für den langfristigen Erfolg unerlässlich.

Das Fazit

Medikamente sind für die Behandlung einer bipolaren Störung von entscheidender Bedeutung, aber Lebensgewohnheiten – insbesondere solche, die den zirkadianen Rhythmus stabilisieren – können die Behandlungsergebnisse erheblich verbessern. IPSRT bietet einen Rahmen für die Erstellung von Routinen und die Verfolgung von Fortschritten, aber professionelle Anleitung ist der Schlüssel zum Erreichen dauerhafter Stabilität.