Chronisch entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) betrifft bis zu 80 % der Patienten mit schwächender Müdigkeit. Diese Erschöpfung ist nicht nur körperlich; es beeinflusst die geistige Wachsamkeit und Motivation. Während eine Behandlung die Nervenfunktion verbessern kann, bleibt anhaltende Müdigkeit eine große Herausforderung. Glücklicherweise können Strategien wie die „Löffeltheorie“ Menschen mit CIDP dabei helfen, ihre Energie zu verwalten und ein erfüllteres Leben zu führen.
Warum CIDP Müdigkeit verursacht
CIDP schädigt die Myelinscheide um die Nerven und verlangsamt die Signalübertragung. Zum Ausgleich verbraucht der Körper zusätzliche Energie, was zu Erschöpfung führt. Nervenschäden führen auch zu Muskelschwäche, wodurch alltägliche Aufgaben anstrengender werden. Diese ständige Anstrengung verbraucht mit der Zeit Energie.
Müdigkeit bei CIDP kann sich auf verschiedene Weise äußern:
- Motorisch: Muskelschwäche
- Sensorisch: Systemische Erschöpfung und Energiemangel
- Neurologisch: Schwierigkeiten, wach oder motiviert zu bleiben
Auch unter Behandlung kommt es nur selten zu einer vollständigen Erholung der Nerven, so dass die Müdigkeit häufig anhält. Zu den Faktoren gehören sedierende Medikamente, Depressionen, schlechter Schlaf und Defizite bei der Selbstfürsorge.
Die „Löffeltheorie“ für das Energiemanagement
Die 2003 von Christine Miserandino entwickelte Löffeltheorie ist eine einfache Möglichkeit, die Energiebudgetierung zu visualisieren. Es ordnet den täglichen Aktivitäten eine endliche Anzahl von „Löffeln“ zu, die den Energieverbrauch darstellen.
Zum Beispiel:
- Duschen = 1 Löffel
- Frühstück = 1 Löffel
- Pendeln = 5 Löffel
- Mittagessen mit einem Freund = 3 Löffel
Durch die Verfolgung der „Löffelkosten“ können Einzelpersonen ein Tagesbudget erstellen. Dieses System identifiziert auch „Löffeldiebe“ – belastende Aktivitäten wie laute Umgebungen oder lange Gespräche.
Ziel ist es, Löffel strategisch auszugeben. Wenn eine Abendveranstaltung geplant ist, müssen möglicherweise andere Aktivitäten ausgelassen werden, um Energie zu sparen. Wenn sich die Behandlung verbessert, kann sich das Löffelbudget erhöhen.
Pacing-Strategien für nachhaltige Energie
Sich an guten Tagen anzustrengen, kann Nervenschäden verschlimmern und Rückfallzyklen auslösen. Langsame, stetige Aktivität ist der Schlüssel. Um den Energieverbrauch zu steuern, nutzen Sie die vier Ps:
- Tempo: Kontrollieren Sie die Geschwindigkeit und Intensität von Aufgaben.
- Priorisierung: Wählen Sie wesentliche Aktivitäten; andere aufhalten.
- Planung: Bauen Sie Ruhepausen ein und wechseln Sie zwischen anstrengenden und einfachen Aufgaben.
- Positionierung: Ändern Sie Aktivitäten, um sie einfacher zu machen (z. B. Sitzen beim Kochen).
Diese Strategien maximieren die tägliche Funktion durch Energieeinsparung.
Besprechen Sie Müdigkeit mit Ihrem Arzt
Müdigkeit wird bei Arztterminen oft übersehen. Es zu beschreiben kann eine Herausforderung sein. Ärzte können Tools wie die Fatigue Severity Scale verwenden, um Symptome zu beurteilen und die Behandlung zu steuern.
Eine offene Kommunikation über Müdigkeit ist unerlässlich. Ihr Arzt schlägt möglicherweise Ernährungsumstellungen, Anpassungen des Lebensstils und Stimulationstechniken vor, um das Energieniveau zu verbessern.
Fazit
Bis zu 80 % der Menschen mit CIDP sind von Müdigkeit betroffen, was sich erheblich auf das tägliche Leben auswirkt. Die Löffeltheorie bietet eine praktische Möglichkeit, Energie zu budgetieren und Aktivitäten zu priorisieren. Indem Sie offen mit Ihrem Arzt über Müdigkeit sprechen, können Sie Strategien zur Maximierung Ihres Wohlbefindens erkunden.




















