Im Labor gezüchtetes oder kultiviertes Fleisch stellt einen radikalen Wandel in der Art und Weise dar, wie wir Protein produzieren. Im Gegensatz zur traditionellen Landwirtschaft wird es direkt aus tierischen Zellen in einer Laborumgebung hergestellt – und bietet eine potenziell nachhaltige und ethische Alternative zu herkömmlichem Fleisch. Obwohl sich die Technologie noch in einem frühen Stadium befindet, hat sie die behördliche Genehmigung erhalten und ist bereit, die Zukunft der Lebensmittel neu zu gestalten.
Wie es hergestellt wird: Von den Zellen bis zum Konsum
Der Prozess beginnt mit der Entnahme von Zellen aus einem lebenden Tier, die dann in Kultivatoren (große Edelstahltanks) gegeben werden. Diese Zellen werden mit einer nährstoffreichen Lösung aus Wasser, Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralien gefüttert, wodurch sie sich vermehren und zu Muskel- und Fettgewebe entwickeln können.
Dies ist kein synthetisches Produkt: Das resultierende Fleisch ist biologisch identisch mit dem, was von einem Nutztier stammt. Die FDA hat Unternehmen wie Upside Foods bereits grünes Licht für im Labor gezüchtetes Huhn gegeben und bestätigt, dass es für den menschlichen Verzehr unbedenklich ist.
Die Vorteile von kultiviertem Fleisch
Im Labor gezüchtetes Fleisch bietet mehrere entscheidende Vorteile gegenüber der traditionellen Tierhaltung:
- Reduziertes Krankheitsrisiko: Die kontrollierte Laborumgebung minimiert das Risiko lebensmittelbedingter Krankheiten, da Zellen gründlich auf Krankheitserreger untersucht werden können. Etwa 75 % der neuen Infektionskrankheiten beim Menschen gehen auf Tiere zurück, was einen erheblichen Vorteil darstellt.
- Ethische Produktion: Kultiviertes Fleisch macht die Aufzucht und Schlachtung von Tieren überflüssig und ist somit eine tierversuchsfreie Option für Fleischesser.
- Nachhaltigkeit: Im Labor gezüchtetes Fleisch benötigt deutlich weniger Ressourcen als die konventionelle Fleischproduktion. Es verbraucht weniger Land und Wasser und erzeugt weniger Treibhausgasemissionen.
Sicherheitsbedenken und behördliche Aufsicht
Obwohl die FDA bestimmte im Labor hergestellte Produkte zugelassen hat, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich möglicher unvorhergesehener Gesundheitsrisiken. Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erkennt die Möglichkeit mikrobieller Kontamination und allergischer Reaktionen an – Herausforderungen, die auch bei der traditionellen Fleischproduktion bestehen.
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern: Die Aufsichtsbehörden bewerten immer noch die langfristigen Auswirkungen und es werden derzeit strenge Tests durchgeführt, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Verfügbarkeit und Zukunftsaussichten
Trotz der FDA-Zulassung ist Fleisch aus Laboranbau in Lebensmittelgeschäften noch nicht weit verbreitet. Ab April 2024 ist es für normale Verbraucher in den Vereinigten Staaten noch immer weitgehend nicht verfügbar.
Die größte Hürde ist jetzt nicht die Sicherheit, sondern die Skalierung der Produktion, um der Nachfrage gerecht zu werden und die Kosten zu senken.
Die Zukunft von im Labor gezüchtetem Fleisch hängt von der Bewältigung dieser Herausforderungen ab, aber sein Potenzial, die Lebensmittelproduktion zu revolutionieren, ist unbestreitbar. Im Erfolgsfall könnte es zu einer Mainstream-Option für Verbraucher werden, die ethische, nachhaltige und sichere Proteinquellen suchen.




















