Chronisch entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) ist eine Autoimmunerkrankung, die die Nerven betrifft und häufig mit Kortikosteroiden, Plasmaaustausch oder intravenöser Immunglobulintherapie (IVIg) behandelt wird. Allerdings reagieren 20 bis 30 Prozent der Patienten nicht darauf und entwickeln ein sogenanntes refraktäres CIDP – das heißt, die Symptome bleiben trotz der Behandlung bestehen. Dies führt zu einem dringenden Bedarf, Pflegepläne neu zu bewerten, wenn die anfänglichen Therapien stagnieren.
Behandlungsversagen erkennen
Es kommt häufig vor, dass die CIDP-Symptome schwanken, wobei nach der Behandlung vorübergehende Verbesserungen auftreten, denen Rückfälle folgen. Diese Schwankungen sind nicht unbedingt Anzeichen eines Scheiterns. Wenn sich die Symptome jedoch nach 3–6 Monaten konsequenter Behandlung weiter verschlimmern oder schwächend bleiben, ist es an der Zeit, über eine Änderung nachzudenken. Das Führen eines detaillierten Symptomtagebuchs (Aufzeichnung von Schwäche, Müdigkeit und Mobilität) kann dabei helfen, zwischen vorübergehenden Rückschlägen und echtem Behandlungswiderstand zu unterscheiden.
Ein refraktäres CIDP kann wahrscheinlicher sein, wenn die Diagnose verzögert wird, da eine anhaltende Nervenschädigung die Behandlung der Erkrankung erschwert. Eine genaue Diagnose ist von entscheidender Bedeutung: CIDP hat viele Subtypen und verschiedene Varianten reagieren auf unterschiedliche Therapien. Beispielsweise haben einige Patienten Autoantikörper, die bestimmte Nervenstrukturen (Knoten) angreifen, wodurch Standardbehandlungen unwirksam werden.
Neue Therapien und „Immun-Neustarts“
Wenn Erstbehandlungen fehlschlagen, wechseln Ärzte möglicherweise die Vorgehensweise, bevor sie die Therapien kombinieren. Eine Möglichkeit besteht darin, die Formulierung von IVIg zu ändern, da einige Patienten auf bestimmte Produkte besser ansprechen. Wenn das nicht funktioniert, stehen neuere Optionen zur Verfügung.
Efgartigimod (Vyvgart Hytrulo), zugelassen im Jahr 2024, ist das erste neue CIDP-Medikament seit über 30 Jahren. Es hilft dem Körper, schädliche Antikörper schneller zu beseitigen und so Nervenschäden zu reduzieren. Allerdings ist sie, wie andere Behandlungen auch, nicht universell wirksam.
Weitere Ansätze sind:
- B-Zell-Therapien (wie Rituximab) : Diese Medikamente unterdrücken die Immunzellen, die schädliche Antikörper produzieren, was möglicherweise in über 70 Prozent der Fälle zu einer Verbesserung der Symptome führt.
- Komplementinhibitoren : Diese noch in der Erprobung befindlichen Medikamente blockieren den Angriff des Immunsystems auf die Nerven.
Klinische Studien für neue Behandlungen wie DNTH103, IMVT-1402 und Nipocalimab (zugelassen für andere Autoimmunerkrankungen) laufen derzeit. Ressourcen wie ClinicalTrials.gov und die GBS/CIDP Foundation International können Patienten dabei helfen, relevante Studien zu finden.
Gemeinsame Entscheidungsfindung und Überwachung
Bevor Sie Behandlungsänderungen mit einem Spezialisten besprechen, sammeln Sie detaillierte Informationen zu den Symptomen. Beinhaltet:
- Schwäche in Armen oder Beinen
- Schwankende Symptome über Wochen/Monate
- Schwierigkeiten beim Bewegen oder Gehen
- Probleme mit der Feinmotorik (Hemden zuknöpfen)
- Kribbeln oder Brennen
Seien Sie gegenüber Ihrem Arzt ehrlich über die Auswirkungen der Symptome auf Ihr Leben. Die Eskalation der Behandlung hängt oft von einer klaren Kommunikation ab. Wenn keine neuen Therapien diskutiert werden, erwägen Sie eine Überweisung an einen neuromuskulären Spezialisten.
Die Umstellung auf ein neues Medikament kann einige Zeit dauern. Studien zeigen, dass eine Besserung der Symptome bis zu 12 Monate dauern kann und einige Patienten erst nach mindestens 12 Wochen auf die Behandlung ansprechen. Achten Sie auf Nebenwirkungen (Fieber, Übelkeit, Infektionen) und setzen Sie die Physio-/Ergotherapie fort, um die Funktion aufrechtzuerhalten.
Zusammenfassend : Wenn CIDP-Behandlungen versagen, gibt es Optionen. Neuere Medikamente, experimentelle Therapien und ein proaktiver Ansatz bei Diagnose und Behandlung können Patienten dabei helfen, ihre Funktionsfähigkeit wiederherzustellen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
