Wenn Sie Stand by Me gesehen haben, erinnern Sie sich an die Schlammszene. River Phoenix, Corey Feldman und Jerry O’Connell schreien, während sich Blutegel an ihren Armen, Rücken und Beinen festsetzen. Es macht Sinn, warum der Durchschnittsmensch diese segmentierten Würmer als absolut eklig empfindet. Aber in einem modernen Krankenhaus rettet derselbe biologische Mechanismus Gewebe.
Blutegel sind nicht nur Schädlinge. Es handelt sich um spezielle medizinische Hilfsmittel.
Wie Blutegel helfen, Hauttransplantationen zu retten
Die primäre moderne Verwendung für medizinische Blutegel sind Hauttransplantationen. Wenn ein Arzt Gewebe transplantiert, um Verbrennungen oder andere Verletzungen zu behandeln, hat die neue Stelle häufig Probleme mit der Durchblutung. Venen können verstopft sein, sodass sich Blut unter dem Transplantat ansammelt. Wenn sich das Blut nicht bewegt, stirbt das Transplantat ab.
Hier kommt Hirudo Medicinalis ins Spiel. Ein Arzt befestigt den Blutegel auf der Haut in der Nähe des Transplantats. Bei der Nahrungsaufnahme setzt es ein natürliches Antikoagulans frei. Dieser Blutverdünner verhindert die Gerinnung im umliegenden Weichgewebe.
Der Blutegel saugt nicht nur Blut; Es sorgt dafür, dass das Blut aktiv in Bewegung bleibt, um sicherzustellen, dass das neue Gewebe überlebt.
Sobald der Blutegel voll ist, fällt er ab. Der Patient blutet weiterhin leicht aus der Einstichstelle. Diese anhaltende Blutung hält die Durchblutung aufrecht und fördert das Wachstum neuer Venen. Abhängig von der Operation müssen Blutegel möglicherweise bis zu zwei Tage lang alle 20 Minuten ausgetauscht werden, gefolgt von einer intermittierenden Anwendung über mehrere Tage.
Die Geschichte des medizinischen Aderlasses
Das ist keine neue Technologie. Die alten Griechen und die europäischen Ärzte des 19. Jahrhunderts verwendeten Blutegel zum Aderlass. Sie glaubten daran, die „Säfte“ des Körpers auszugleichen, indem man Patienten bluten ließ. Die Behandlungen reichten von schwarzen Augen und Kopfschmerzen bis hin zu Fettleibigkeit und Melancholie.
Im Jahr 1883 importierten französische Mediziner zu diesem Zweck über 40 Millionen Blutegel. Die Logik war fehlerhaft, aber das Werkzeug war bei der Blutentnahme wirksam. Die moderne Medizin hat die „Humor“-Theorie abgeschafft, aber die gerinnungshemmenden Wirkungen für vaskularisiertes Gewebe beibehalten.
Wie das Verfahren beim Patienten wirkt
Der Ick-Faktor ist real, aber Ärzte haben Möglichkeiten, damit umzugehen.
– Betäubung: Nerven rund um das Transplantat oder den wieder angebrachten Finger werden während der Operation normalerweise betäubt.
– Natürliches Anästhetikum: Blutegel produzieren beim Füttern ihr eigenes Anästhetikum.
– Anwendungsmethode: Ärzte verwenden zum Auftragen des Blutegels häufig eine Plastikspritze, wodurch der direkte Hautkontakt reduziert wird.
– Barrieren: Gaze wird um den Behandlungsbereich gelegt, um zu verhindern, dass der Blutegel wandert.
Hygiene ist streng. Die Haut wird mit Wasser und Seife gereinigt und anschließend mit destilliertem, nicht chloriertem Wasser abgespült. Ärzte überwachen den Hämoglobinspiegel regelmäßig, um sicherzustellen, dass der Blutverlust dem Patienten nicht schadet. Sie prüfen auch auf Infektionen.
Wo man medizinische Blutegel bekommt
Für diese Lebewesen gibt es eine Nischenindustrie. Im Jahr 2004 genehmigte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde der französischen Firma Ricarimpex SAS die Vermarktung von Blutegeln als Medizinprodukte. Sie schlossen sich anderen Lieferanten an, die diese Tiere seit mindestens 1975 in den USA anbieten.
Unternehmen wie Leeches U.S.A. verkaufen sie für 9 bis 12 US-Dollar pro Stück. Krankenhäuser lagern sie üblicherweise in Kühlschränken. Es handelt sich um eine spezifische, regulierte Lieferkette für einen ganz bestimmten Auftrag.
Andere gruselige Behandlungen: Maden
Blutegel sind nicht das einzige beunruhigende Mittel in der Medizin. Viele Ärzte tragen desinfizierte Maden auf Wunden auf.
Diese Behandlung verflüssigt abgestorbenes Gewebe, tötet schädliche Bakterien ab und stimuliert die Heilung. Militärchirurgen entwickelten es, nachdem sie festgestellt hatten, dass sich Soldaten mit madenverseuchten Wunden besser erholten als solche ohne. Es ist nicht schön anzusehen, aber es funktioniert.
Die Medizin verlässt sich oft auf Dinge, die wir lieber vermeiden würden. Der Blutegel ist eines der besten Beispiele dafür, dass die Natur ein Problem löst, das synthetische Drogen manchmal nicht lösen können.



















